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Die Ochtendunger Mühlen

Mühlräder klappern schon seit langem nicht mehr an der  Nette. Doch die alten Mühlengebäude stehen meist noch. Sie zeugen von längst vergangenen Zeiten.

Zu einem halben Dutzend Mühlen führt der  Ochtendunger Mühlenwanderweg. Der heimatkundliche Spaziergang führt vom Ochtendunger Sportplatz hinunter ins Nettetal. In der Gemarkung Ochtendung drehten sich früher alleine zehn Mühlräder. Doch heute sind sie Mühlräder verstummt. Nur eine einzige Mühle mahlt heute noch Mehl, die Korbsmühle.

Folgende Mühlen und andere historisch einmalige Plätze können bewandert werden:

Kohlhaasmühle (Schornsmühle)
Oberwerthsmühle (Kräftingsmühle)

Sauerbrunnen
Der Sauerbrunnen wurde 1928 zur Gewinnung von Kohlensäure gebohrt. In einer speziell errichteten Halle wurde die Kohlensäure noch im „Wolferstall“ in Flaschen abgefüllt. Später wurden die Gewinnungsrechte jedoch verkauft und der Brunnen geschlossen. Nach Ablauf des Vertrages wurde der Brunnen 1961 wieder geöffnet und liefert bis heute noch eine Schüttung von ca. 2 Litern/Sec.

Floecksmühle (Niederwerthsmühle/Serwasmühle)
Ohligsmühle (Theisen-Mühle/Schwertels-Mühle)

Korbsmühle
Die Korbsmühle ist die einzige Mühle Ochtendungs, die ihren Betrieb bis heute aufrecht erhalten konnte. Dies ist nicht zuletzt der  Führung durch die Familie Hermann Flöck zu verdanken, die innovativen Ideen gegenüber immer aufgeschlossen und somit der Konkurrenz oft einen Schritt voraus war.

Die jetzige Mühle wurde 1770 durch den Müller Monreal erbaut, wobei ein Vorgängerbetrieb wohl schon im frühen 16. Jahrhundert existiert hat. Auch die Korbsmühle wurde durch die Franzosen 1794 zerstört. 1828 baute der Müller Philipp Korb Gebäude und Betrieb wieder auf – daher der Name Korbsmühle.

1872 übernahm Fritz Müller die Mühle

1896 übernahm Paul Servatius Floeck, der Großvater des heutigen Besitzers Ludwin Floeck die Mühle. Zwischenzeitlich, von 1906 bis 1914 wurde hier Ocker gemahlen, der aus den Lonniger Ton Gruben kommend als Rohstoff diente. Nach dem 1. Weltkrieg, als die Landwirtschaft wieder bessere Ernteerträge verbuchen konnte, wurde auf der Korbsmühle wieder Mehl gemahlen.

1945 übernimmt Herman Floeck den Betrieb von seinem Vater und übergibt ihn wiederum 1981 seinem Sohn Ludwin, der sie noch heute mit Erfolg betreibt.

Schleewiesenmühle
Im Landeshauptarchiv existiert ein Situationsplan über die Erbauung einer neuen Mahl-Mühle im Bann von Ochtendung, die am Nettebach im Distrikt der Schleewiesen Klause, von Joseph Barz aus Ochtendung betrieben werden soll. Aufgenommen am 31. December 1840.

Als gesichert kann gelten, dass sie im Jahr 1850 im Besitz von Anton Barz war. Möglich ist, dass sie als Vorgänger-Mühle einmal zum Fressenhof gehört haben könnte. Die Fressenhöfe sind urkundlich einmal als Dorf erwähnt, und zu einem Dorf gehörte ehemals notwendigerweise eine Mühle.

Zwischen 1906 und 1933 nutzten die jeweiligen Müller der Korbs- und der Floecksmühle die Schleewiesenmühle zur Erzeugung von zusätzlichem Strom.

Dies wurde 1933 von der Fa. Karstädt, dem Betreiber der benachbarten Tierkörperverwertungsanstalt – landläufig „de Kadaver“ genannt – unterbunden; sie forderte die Mühle zurück, da die benachbarten Müller sie unrechtmäßig in Besitz genommen hätten.

Nach Aufgabe der Verwertungsstelle verkaufte die Fa. Karstädt die „Schleewiesenmühle“ an die Familie Dieter Sühen.

Heseler-Mühlen
Neben den oben etwas näher beschriebenen Mühlen,  gab es noch weitere Mühlen im Ochtendunger Bereich…

Lohmühle
Angetrieben vom Lohbach zum Mahlen von (Gerber-)Lohe, die zum Gerben von Fellen benutzt wurde. Die Gerberlohe wurde aus der Rinde, vorwiegend von Eichen, gewonnen.

Langwiesenmühle
Eine seit 1743 bekannte Ölmühle, angetrieben von Dorf- und Lohbach.